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Insulin lässt Muskeln wachsen

#7 Insulin & Muskelaufbau

Das Hormon Insulin verbinden viele mit Diabetes und geben ihm die Schuld an einer bestehenden Fettleibigkeit. Nur wenige wissen, dass körpereigenes Insulin, wenn es klug eingesetzt wird, die Muskeln wachsen lässt.

Sicher fragen sich nun einige Leser erstaunt, warum hier von Insulin und nicht von Testosteron gesprochen wird. Tatsächlich ist es so, dass Testosteron das entscheidende Hormon für den Zuwachs von Muskulatur ist, aber Insulin spielt auch eine wichtige Rolle.

Gutes Krafttraining wirkt sich im ersten Schritt katabol (abbauend) auf die Muskulatur aus. Der Muskel wird im Training bewusst gereizt und das sorgt für ein erhöhtes Stressaufkommen, das wiederum eine gesteigerte Cortisolausschüttung über die Nebennierenrinde bewirkt. Darauf reagiert der Körper muskelabbauend, weil ein Teil der Muskelmasse zu energiereichen Verbindungen umgewandelt wird. Dieser Prozess lässt sich nicht vermeiden, außer durch sanfte Übungen. Mit Insulin aber kann aus dem katabolen Ablauf gleich nach dem Training zu einem anabolen (aufbauenden) Vorgang gewechselt werden.

Für den schnellen Wechsel muss man kein Mediziner sein und auch kein Insulinum spritzen. Es reicht aus, dem Körper gleich nach dem Training ein Proteinshake und einfache Kohlenhydrate (0,5 Gramm je Kilogramm Körpergewicht) zuzuführen. Die Kohlenhydrate regen den Ausstoß von Insulinum an, das dann als Antipode (Gegenspieler) zum Cortisol den Abbau stoppt und den Aufbau von Muskelmasse einleitet. Allerdings muss die Zufuhr von Kohlenhydraten recht zeitnah nach dem Training erfolgen. Werden dem Körper erst kurz vor der Nachtruhe Kohlenhydrate zugeführt, wird das Insulinum den Fettabbau stoppen.

Auch ist es kontraproduktiv, den Durst nach dem Training mit Bier zu löschen. Bier enthält zwar Kohlenhydrate, aber in Form von Ethylalkohol. Dieser wird sofort von der Leber verstoffwechselt und alle anderen verwertbaren Bestandteile der Nahrung werden im Fettgewebe eingelagert. Das Training wird trotz großer Anstrengung nur zu mäßigem Muskelzuwachs führen. Viele aktive Menschen sind dann verwirrt, weil ihre Polster trotz aller Mühen anstelle zu schrumpfen weiter zunehmen.


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